kopfbild

Alternative content

Get Adobe Flash player

Die Graslöwen Geschichte
Wie der König der Tiere zum Umweltbotschafter für Kinder wurde

Löwen fressen doch kein Gras!
In einem Land hinter dem Ozean, wo alles ganz anders ist als bei uns, lebte ein Löwe. Es war ein ganz besonderer Löwe, denn er fraß nicht nur Fleisch wie seine Artgenossen, sondern er liebte saftiges, grünes Gras! Obwohl seine Eltern ihm immer wieder sagten: „Löwen fressen kein Gras!", wollte der Löwe nicht auf sie hören. Im Gegenteil: wann immer es ging, biss er nach dem saftigen Grün. Nach einiger Zeit begann sich seine Mähne grün zu färben, und umso mehr Gras er fraß, desto grüner wurde sie, bis sogar auch seine Schwanzspitze die Farbe wechselte.

Die grasgrüne Mähne
Die anderen Tiere fanden ihn eigenartig. Doch sie sahen ihn auch voller Bewunderung an, da er sehr stark war und sich nicht von seinem Weg und seinen Ideen abbringen ließ. So kam es, dass sie ihn nicht ohne Stolz den „Graslöwen" nannten. Und weil es noch nirgendwo auf der Welt einen Graslöwen gegeben hatte, wurde das Land bald als „Graslöwen Land" bekannt. Auf seine grüne Mähne ist der Graslöwe sehr stolz. Er pflegt sie und achtet darauf, dass er immer genügend frisches Gras findet.

Seine Freundin Lü - die schnellste Rennbiene der Welt
Außerdem hat der Graslöwe eine gute Freundin: eine kleine, schnelle Biene - die Rennbiene Lü. Sie hält zu ihm, auch wenn sich die anderen Tiere gelegentlich über ihn lustig machen. Seit die beiden denken können, verbringen sie viel Zeit zusammen. Lü ist ziemlich neugierig und manchmal sogar etwas frech. Aber wenn es drauf ankommt, hält sie immer zu ihrem Freund. 

...mit ihrer Begeisterung für Technik
Allerdings ist auch sie etwas sonderlich: Nicht nur, dass sie mit ihrem Turbo-Antrieb eindeutig die Schnellere von den beiden ist - sie begeistert sich auch für jede Art von Technik und fliegt daher nie ohne ihren kleinen Computer durch die Gegend. Damit kann sie Fotos machen, Informationen speichern und Wege in weit entfernte Länder finden. Manchmal, wenn sie früher von ihren Abenteuern aus fremden Ländern erzählte, wurde der Graslöwe ganz neidisch, dass er nicht einfach wie sie durch die weite Welt fliegen kann.

*****************************************************************************

Kinder in Not!
Eines Tages, als Lü von einem ihrer berühmten Ausflüge wiederkam, berichtete sie ihm von einem Land, in dem sie zwei Kinder getroffen hatte, die ihr sehr unglücklich erschienen: ein Mädchen namens Svenja und ein Junge, der Simon hieß. Nachdem sie - neugierig wie sie nun einmal ist - einige Gespräche von ihnen belauscht hatte, fasste sie sich ein Herz und sprach die beiden an. Die Kinder wussten zuerst gar nicht, ob sie träumten oder wach waren. Aber nach dem ersten Schrecken, eine sprechende, mit einem Computer ausgerüstete Biene kennen zu lernen, waren sie mit der Sprache herausgerückt: „Ach weißt du, kleine Biene, in letzter Zeit fühlen wir uns vor unserer eigenen Haustür nicht mehr richtig wohl".

Wut über Umweltverschmutzung
„Überall, wo wir spielen wollen, ist es entweder verboten, oder zu gefährlich oder beides. Und jetzt wollen sie auf unserem einzigen Spielplatz um die Ecke auch noch so einen doofen Parkplatz bauen. Das ist echt das Letzte!", empörte sich Simon. „Ja genau", stimmte Svenja ihm zu „und wir dürfen nicht mal mehr alleine zur Schule fahren - immer muss uns ein Erwachsener bringen oder abholen. Das ist doch echt nervig! Meistens regen die sich dann doch nur auf, weil wir wieder im Stau stehen oder keinen Parkplatz vor der Schule finden. Dabei liegt das ja nur daran, dass so viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen. Und wie das stinkt, wenn man dann endlich aus dem Auto springt - das kannst du dir nicht vorstellen...!"

Die Idee
Die Rennbiene wurde ganz bleich bei dem Gedanken an den Gestank. Leicht verwirrt und benebelt von ihrer blühenden Fantasie fragte sie schließlich: „Äh, und wenn ich mal fragen darf: Warum tut ihr denn nichts dagegen? Immer nur zusehen und mosern bringt ja wohl gar nichts, oder?!" Die beiden zuckten nur mit den Schultern. Nach einer kleinen Pause verteidigte sich Svenja: „Wir wissen einfach nicht, wo wir anfangen sollen. Und außerdem, so leicht, wie du dir das vorstellst, ist das nicht! Solange die Erwachsenen machen, was sie wollen, können wir doch sowieso nichts ändern. Uns hat ja schließlich niemand gefragt, ob wir unseren Spielplatz hergeben wollen!" Das verstand Lü. Trotzdem konnte sie sich nicht vorstellen, dass die Kinder überhaupt nichts unternehmen konnten. Plötzlich schoss ihr ein Gedanke durch den Kopf: „Na klar! Dass ich nicht gleich darauf gekommen bin! Ich kenne da jemanden, der ist geradezu spezialisiert auf Fälle wie euch!"

Gemeinsam sind wir stark!
Die beiden Kinder blickten sich verständnislos an: „So Fälle wie wir?!? Was soll das denn heißen?" Lü lächelte geheimnisvoll: „Ihr werdet schon sehen, was das heißt...!" Bei dem Gedanken an den Graslöwen, merkte sie, wie sehr sie ihn vermisste. Daher schlug sie vor: „Ich fliege zurück und bitte meinen Freund, mit mir wiederzukommen. Trommelt ihr in der Zwischenzeit noch andere Kinder zusammen! Wenn wir uns alle zusammentun, fällt uns bestimmt eine Lösung für euer Problem ein!"

*****************************************************************************

Der Rat der Tiere
Zurück im Graslöwen Land berief Lü sofort den Rat der Tiere ein. Sie beschlossen einstimmig, dass der Graslöwe und sie entsandt werden sollten, um den beiden Kindern zu helfen. Und so geschah es dann auch, dass die beiden keine Zeit verloren und die weite Reise auf sich nahmen.

Die neuen Freunde des Graslöwen
Die Rennbiene fand dank ihres Computers schnell den Weg zu den Kindern zurück, die schon gespannt auf sie warteten. Aber nicht nur die beiden warteten - sie hatten noch vier weitere Kinder in ihre Idee eingeweiht. Zuerst erschraken natürlich alle mächtig, als plötzlich ein großer Löwe mit einer grünen Mähne vor ihnen auftauchte. Damit hatten sie nun wirklich nicht gerechnet. Svenja war die erste, die ihre Sprache wieder fand: „Was äh ich meine wer sind SIE denn?" „Ach ja, das hätte ich ja beinah vergessen", plapperte Lü. „Darf ich bekannt machen? Das hier ist mein Freund, der Graslöwe. Er ist der Spezialist für Fälle wie euch. Aber nun Kinder, wir dürfen keine Zeit verlieren. Wenn wir die Sache mit eurem Spielplatz in den Griff bekommen wollen, zählt jede Stunde!"

Der Graslöwe hilft!
Zunächst waren die Kinder noch etwas skeptisch: Ein Löwe mit einer grünen Mähne sollte ihnen helfen, ihre Probleme zu lösen? Der sah ja selbst aus wie von einem anderen Stern! Aber schnell merkten sie, dass dieser Löwe eine Menge drauf hatte. Der kannte sich wirklich aus: „Wie wäre es zum Beispiel, wenn ihr versucht, eure Eltern zu überreden, euch morgens mit dem Fahrrad zur Schule zu begleiten: Kein Stau, keine Parkplatzsuche, kein Gestank, weniger Ärger! Und wenn das alle machten, könnten wir sogar euren Spielplatz retten. Also, hört mal gut zu!" Der Graslöwe flüsterte den Kindern seinen Plan ins Ohr. Die nickten begeistert und bekamen vor Aufregung ganz rote Gesichter. „Ja, genau so machen wir es!", rief der kleine Leo, der übrigens ziemlich stolz war, dass sein Name übersetzt auch Löwe heißt.

Die 1. Graslöwen Club-Aktion
Sie malten Plakate und schrieben Briefe, die sie in alle Briefkästen in der Umgebung warfen. Der Graslöwe diktierte: „Sehr verehrte Anwohner, wollen auch Sie fit und gesund bleiben? Hier ein echter Spezialisten-Tipp: Lassen Sie das Auto stehen und fahren Sie stattdessen mit dem Fahrrad oder gehen Sie zu Fuß zur Arbeit oder zum Einkaufen!" Dem Bürgermeister schrieben sie: „Sehr geehrter Herr Bürgermeister, wie wir in letzter Zeit beobachtet haben, ist der Parkplatz vor dem Einkaufszentrum immer nur noch halbvoll. Dadurch ist die geplante Ausweitung nun nicht mehr nötig. Stattdessen schaffen Sie doch besser ein paar neue Geräte für den Spielplatz nebenan an. Denn Sie wissen ja: Bewegung an der frischen Luft hält fit und gesund! Hochachtungsvoll, Ihr Graslöwen Club". Der Fall war also gelöst. Die Kinder behielten ihren Spielplatz, die Luft vor der Schule wurde wieder besser und der Bürgermeister fuhr plötzlich selbst zu fast jedem Termin mit dem Rad.

******************************************************************************

Die Einsicht
Zurück zuhause dachte der Graslöwe noch häufig an seinen Graslöwen Club, und eines Tages, als er gerade mit Lü Fangen spielte, blieb er plötzlich wie angewurzelt stehen. Lü überschlug sich geradezu, so eine Vollbremsung musste sie einlegen, um nicht voll gegen ihren Freund zu prallen: „Sag mal, spinnst du?", keuchte sie. „Was ist denn plötzlich in dich gefahren? Gibst du etwa auf? Der Graslöwe gibt auf, der Graslöwe gibt auf!". „Ach Lü, halt doch mal für eine Sekunde deine Klappe!", fauchte der Graslöwe so aufbrausend, wie Lü ihn selten zuvor erlebt hatte. „Genau das ist es ja gerade! Ich will eben nicht aufgeben! Hast du vielleicht schon mal darüber nachgedacht: während wir hier Fangen spielen, gibt es wahrscheinlich noch viel mehr Kinder als Svenja und ihre Freunde, die meine Hilfe bräuchten." Lü spottete: „Und jetzt willst du die ganze Welt retten, oder was?! Dabei kennst du sie ja noch nicht mal! Hätte ich dich nicht zu Svenja und Simon gebracht, hättest du den Weg nie und nimmer gefunden. Noch nicht mal gewusst hättest du von ihnen!"

Der Graslöwe fliegt ins All
 „Ja", grübelte der Graslöwe, „genau da liegt das Problem. Aber ich habe eine Idee, wie ich mir einen Überblick verschaffe: Ich fliege ins All! Von dort aus hat man doch einen super Überblick über die ganze Erde." „Genau, und ich werde Astronaut!", kicherte Lü übermütig und zeigte dem Graslöwen einen Vogel. „Nein, ehrlich Lü. Ich meine das ernst. Ich fliege ins Weltall, verschaffe mir einen Blick über die Erde und die Probleme, die die Menschen haben. Und wenn ich wiederkomme, kann ich viel mehr Kindern als bisher helfen. Dann bin ich „Weltraum-Spezialist"!" Lü wurde nachdenklich. Der Graslöwe schien von seinem Plan überzeugt zu sein. Aber was war denn ihre Aufgabe dabei? Sie wollte doch auch Kindern helfen. Da kam ihr die leuchtende Idee: „Graslöwe, so machen wir´s. Du fliegst ins All und verschaffst dir einen Überblick. In der Zwischenzeit bereite ich mit meinem Computer alles vor, damit wir möglichst vielen Kindern helfen können. Die Lösung heißt: INTERNET! Oh, ich bin ja schon so aufgeregt!

www.grasloewe.de
Es gab viel zu tun: Der Graslöwe startete ins All. In der Zwischenzeit programmierte und hackte die eifrige Rennbiene erste Informationen in ihren Computer. Per Funk schwärmte der Graslöwe: „Lü, du glaubst gar nicht, wie schön unsere Erde ist. Und so viel Wasser. Der blaue Planet trägt seinen Namen nicht umsonst". Ungeduldig erwiderte Lü: „Ja, klar, aber wo bleiben jetzt deine neuen Erkenntnisse? Ich habe die Internetseite schon online. Und rate mal, wie ich sie genannt habe? www.grasloewe.de ! Gut, oder?!"

JEDER kann etwas bewegen!
 „Neue Erkenntnisse?", der Graslöwe dachte nach. „Eigentlich ist mir nur noch klarer geworden, was ich immer schon gepredigt habe: JEDER kann etwas bewegen und muss Verantwortung für unsere schöne Erde übernehmen. Neu ist vielleicht, dass ich jetzt auch andere Länder im Blick habe. Stell dir mal vor, von hier oben kann ich ein Land nach dem anderen überqueren und mir einen Überblick verschaffen. Das ist fantastisch. Wenn ich wieder auf der Erde bin, versuche ich, dort überall Graslöwen Clubs zu gründen und gemeinsam mit Kindern auf der ganzen Welt für die gute Sache „blauer Planet" zu kämpfen. Was meinst du? Lü, diese Schwerelosigkeit ist einfach toll! Ich schwebe - Jippie!"

Der Graslöwen Club
Aber das hörte die kleine Rennbiene schon gar nicht mehr. Sie flog durchs Land und erzählte allen vom Graslöwen und seiner Idee: „Die Kinder auf der Welt müssen sich zusammenschließen. Dann können sie eine Menge bewegen. Denn gemeinsam sind wir stark!"

(c) Anna Lena Etzbach, Auslandsgesellschaft Deutschland e.V.

[Nach Oben] - ©  - Impressum - Kontakt